Hochleistungsstahlbandförderer seit 1929

GESCHICHTE

Die Anfänge

Die Geschichte der Magaldi Gruppe ist tief verwurzelt und hat ihren Ursprung in den Ideen und Visionen einer Familie mit einer großen Leidenschaft für Kreativität und Erfindungsgeist. Die ersten historischen Daten wurden 1596 festgehalten, als Francesco und Antonio Paolino Magaldi den Verteidigungsturm an der Küste Santa Venere bauten, um sich gegen die Angriffe der Sarazenen-Piraten zu schützen. Im späten 18. Jahrhundert zog ein Familienzweig von Lucania nach Buccino - der alten vorrömischen Stadt Volcei im südlichen Teil der Provinz Salerno - einem Ort, wo Schönheit und Gesundheit menschliche Aktivitäten schon immer angeregt haben. Seitdem verfeinerte die Magaldi-Familie ihre Fähigkeiten in der Fertigung von Waffen, Turmuhren und Werkzeugen für die Landwirtschaft.
Der erste große Erfinder der Familie war Biagio Magaldi der schon als sehr junger Mann eins der ersten Hinterlader-Gewehre erfand und baute. Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Werkstatt der Magaldis, die inzwischen Edoardo gehörte, Karbidlampen zur Beleuchtung und später Sprühpumpen für den landwirtschaftlichen Gebrauch hergestellt. Die industrielle Tätigkeit der Gruppe begann jedoch 1901 als Emilio Magaldi einen speziellen Treibriemen entwarf und patentieren ließ - den „Supercinghia“, der aus Büffellederstreifen bestand und extrem betriebssicher sowie praktisch bruchfest war.
In Frankreich und Spanien übertrug Emilio die Patentrechte an örtliche Unternehmen wie Getting & Jonas im Departement Seine Saint Denis sowie Industria de Cuero Armado in Barcelona. 1929 entschied Paolo, Emilios Neffe, eine Direktproduktion des „Supercinghia“ in einer speziellen Werkstatt zu beginnen und konzentrierte seine unternehmerische Energie auf die Herstellung und Vermarktung dieses besonderen Produkts.

Die 30er Jahre

In den 30er Jahren erweiterte das neue Unternehmen seine Tätigkeit mit Paolo Magaldi, dem Sohn von Edoardo, der zahlreiche neue Ideen und Innovationen mitbrachte, von denen einige ihrer Zeit voraus waren. Er vollzog die Umwandlung der Firma von einem Handwerksbetrieb in ein modernes Industrieunternehmen, indem er nicht nur die Entwicklung innovativer Produkte förderte, sondern dank seiner hochentwickelten Auffassungsgabe auch das Marketing vorantrieb.
Paolo Magaldi trieb die Entwicklung der Eigenschaft voran, die auch heute noch ein Muss für die Marke ist: die Eroberung des Kunden durch höchste Ausfallsicherheit der Produkte und die direkte Kooperation für eine Synergie der Fähigkeiten in einer fruchtbaren Beziehung mit gemeinsamer Planung. 1932 ließ Paolo eine Technik für das spiralförmige Schneiden von Büffellederhaut patentieren, um einen einzigen, langen Streifen von 100-150 Metern Länge herzustellen: eine notwendige technische Innovation, um den „Magaldi Supercinghia“ noch zuverlässiger zu machen.
Mit dieser Maschine war es möglich, Streifen mit einer Länge von mehr als 100 Metern zu schneiden, so dass auf die vielen Stöße verzichtet werden konnte, die bei der vorherigen Produktionsweise erforderlich waren. Der Supercinghia eroberte bald den Markt für flache Treibriemen, die in Stahlwerken, Mühlen, Papierfabriken, Werften sowie in öffentlichen und privaten Industrieunternehmen verwendet wurden.

Die 40er Jahre

Herkömmliche Treibriemen aus breiten Lederstreifen mit sehr engen Verbindungsstellen konnten unter Belastung an ihrer schwächsten Stelle plötzlich brechen, so dass sie den Maschinenbetrieb unterbrachen und gleichzeitig eine Gefahr für die Bediener darstellten. Der Supercinghia dagegen, für den Paolo Magaldi eine Betriebsdauer von mindestens 5 Jahren garantierte, konnte seinen Kunden das nötige Vertrauen bieten, dass ihrer Produktion keine plötzlichen Ausfälle drohten.
In den Kriegsjahren wurde diese Eigenschaft von allen Industriebranchen sehr geschätzt, die für die Kriegsproduktion tätig waren und in der Nachkriegszeit den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes unterstützten.

Die 50er Jahre

In einem Land wie Italien ging der Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Industrie in diesen Jahren langsam voran. Das Konzept der Zuverlässigkeit, die durch die Förderbänder gewährleistet wurde, war besonders für Unternehmen mit kontinuierlichen Produktionsprozessen wie Zement, Stahl und Wärmekraftwerke wichtig, aber auch allgemein für alle Anwendungen, die aufgrund der Aggressivität der transportierten Materialien und / oder der Umweltbedingungen eine spezielle Lösung benötigen.
Daher entwickelte Paolo Magaldi in den 50er Jahren die Idee, dass aus dem „Supercinghia“-Konzept der ideale Förderer für den Transport von schwierigen Materialien entstehen könnte. Die Suche nach neuen Geschäftsmöglichkeiten führte zur Bildung eines Joint Venture mit einem indischen Lederunternehmen, das Werke und Gerbereien in Kalkutta besaß. 1958 wurde das Unternehmen National Magaldi Ltd. von Kalkutta gegründet, das die Herstellung und Vermarktung des Supercinghia für den indischen Markt übernahm.

Die 60er Jahre

Die neuen Treibriemen „Nylmag“ aus Leder und Nylon hatten das Produktionsspektrum erweitert, und die Herstellung der ersten Gummibandförderer lief an. In diesen Jahren ließ Paolo das erste Patent für ein Stahlförderband eintragen, an dem die Auflageplatten mit einem Stahldrahtgeflecht verbunden waren, und die ersten Prototypen eines neuen Stahlbandförderers, der hohe Temperaturen aushalten und schwierige Materialien tragen konnte, wurden konstruiert und in Bergbau-Unternehmen und Zementwerken installiert.
Dann erfolgten umfangreiche Prüfungen, um die optimale Auslegung dieses neuen Fördererkonzepts auf der Grundlage höchster Betriebssicherheit zu erreichen.

Die 70er Jahre

In diesen Jahren konzentrierte das Unternehmen seine Bemühungen auf die Erschaffung eines gepanzerten Stahlbandes. Die ersten erfolgreichen Anwendungen dieses neuen Förderers erfolgten in den Sorgato-Gießereien in Novara und dem Zementwerk Lucania Avigliano, wenige Kilometer von Buccino entfernt, wo der Förderer für den Transport von Zementklinkern eingesetzt wurde.
In den folgenden Jahren wurde das gepanzerte Band in mehreren anderen Gießereien und Zementwerken installiert und entwickelte sich, nachdem die gesammelten Betriebserfahrungen zu einer Optimierung geführt hatten, zum heutigen „Magaldi Superbelt“.
Der erste größere Auftrag kam 1975 von Italcementi für das Klinkerwerk in Colleferro und umfasste 4 Superbelt mit einer Gesamtlänge von mehr als 300 Metern. Das Magaldi-Unternehmen begann, seine Tätigkeiten auszuweiten und produzierte Beladesysteme für Frachtschiffe und lange Förderer für den Bergbau. Außerdem wurden erste Erfahrungen mit der Handhabung schwieriger Materialien gesammelt.

Die 80er Jahre

In den 80er Jahren hielt die Magaldi-Gruppe mit der Marktentwicklung Schritt. Dank des einzigartigen Erfahrungsschatzes, der sich in den Jahren des Superbelt gebildet hatte, entwickelte das Unternehmen den MAC (Magaldi Ash Cooler), das trockene System, das Bodenasche aus feststoffgefeuerten Kesseln fördert, ohne einen einzigen Tropfen Wasser zu verwenden.
Mithilfe dieser Technologie können Millionen Tonnen von Wasser eingespart und eine herausragende Ausfallsicherheit für den Dauerbetrieb von Brennkammerentaschungsanlagen in thermoelektrischen Kraftwerken erreicht werden.

Die 90er Jahre

In den 90er Jahren begann die Magaldi-Gruppe mit der Expansion auf die internationalen Märkte. Die MAC-Technologie wird überall in der Welt als ein hervorragendes Verfahren zur Lösung verschiedener Probleme mit den bestehenden Systemen angesehen. Ihre Verbreitung begann kurz nach den extrem guten Ergebnissen, die im Großteil der mit italienischer Kohle gefeuerten Anlagen von ENEL erzielt wurden.
Wassereinsparung, hervorragende Ausfallsicherheit, Energieeinsparung durch Rückführung in den Kessel und viele weitere unverkennbare Vorteile verhalfen dem MAC zur Bezeichnung „Beste verfügbare Technologie“ für Trichterentaschung weltweit.
Die Gruppe ging schnell eine internationale Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern ein, um so eine bessere Präsenz in einem größeren geografischen Rahmen zu erreichen. Als Beispiel für diese Strategie wurde 1993 die Lizenzvereinbarung mit Kawasaki Heavy Industries für Vertrieb und Marketing der Magaldi-Technologien in Japan unterzeichnet. Dies war die erste von weiteren Vereinbarungen dieser Art, die zu einer lang anhaltenden Beziehung der Magaldi Gruppe mit Kawasaki führte, die auch heutzutage noch besteht.

Das neue Jahrhundert

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts präsentierte sich die Gruppe als ein auf den internationalen Märkten etabliertes Unternehmen mit gutem Ruf. Komplette Anlagen und verschiedenste Ausrüstungen wurden in mehr als 1.000 Projekten weltweit installiert, von denen der Großteil für schwierigste Anwendungen eingesetzt wurde. Die Original-Technologien von Magaldi sind weithin als betriebssichere und innovative Verfahren zur Lösung vieler technologischer Probleme anerkannt. Dank der Arbeit des Forschungs- und Entwicklungsteams, das erheblich in die Entwicklung neuer Technologien investiert, stehen von Jahr zu Jahr immer mehr solcher Verfahren zur Verfügung.
Dabei zielen die neuen Magaldi-Fördertechnologien, die von etlichen neuen internationalen Patenten geschützt sind, hauptsächlich darauf ab, die Umwelt zu schützen, Energie einzusparen und die Betriebssicherheit zu erhöhen. 2001 wurde Magaldi Power S.p.A. in die Gruppe eingegliedert und hatte die Aufgabe, die MAC-Verkäufe auf den internationalen Märkten zu entwickeln und zu erhöhen. Mehr als 200 MAC-Anlagen wurden bisher verkauft (Stand 2018).
Im Jahr 2003 wurde die Magaldi Power Pty Ltd. Gegründet, um die Magaldi Technologie auf dem australischen Kontinent einzuführen und ihre Präsenz auszubauen, gefolgt von der Magaldi Power GmbH in Deutschland, Magaldi Power India Pvt. Ltd. und Magaldi Technologies LLC in den USA. In den letzten Jahren startete die Gruppe Aktivitäten im Bereich der regenerativen Sonnenenergie und entwickelte ihre innovative CSP-Technologie.
Diese basiert auf modularen Einheiten, die STEM® - Solar Thermo Electric Magaldi - genannt werden. Die komplette Unternehmensphilosophie lässt sich in einem kurzen Motto zusammenfassen, das nach wie vor zur Erklärung unserer Werte gilt: „Betriebssicher durch Innovation seit 1929“